Die Jugend entdeckt wieder das eigene Auto

Autor: Bernd Sautter

11. Mai 2023

Das eigene Auto behält seinen Stellenwert. Entgegen mancher Unkenrufe bleibt es sogar für Jugendliche in Großstädten wichtig, um mobil zu bleiben.

Gute Nachrichten für Fahrschulen: Die Generation Z will überwiegend automobil bleiben. Sogar in den Großstädten. Für 57 Prozent der jungen Stadtbevölkerung zwischen 18 und 34 Jahren bleibt der private Pkw „sehr wichtig“ oder „wichtig“. So lautet das Ergebnis einer Studie, die Ende 2022 veröffentlicht wurde. In einer vergleichbaren Befragung aus dem Jahr 2018 hatten das nur 45 Prozent behauptet. Erwartungsgemäß zeigt sich auf dem Land ein noch deutlicheres Bild. Dort geben die meisten Menschen an, von ihrem eigenen Auto abhängig zu sein. In der Altersgruppe zwischen 35 bis 54 Jahren sind es rund zwei Drittel, die von einer Abhängigkeit vom eigenen Auto sprechen.

Digital Natives hinterm Steuer

Die Zahlen stammen aus einer Studie, die Center of Automotive Management (CAM) unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Bratzel in Deutschland durchgeführt hat. Die Untersuchung wurde von BNP Paribas Cardif in Auftrag gegeben. Auch Bereiche wie Elektromobilität, Connected Car und Mobilitätsdienstleistungen wurden untersucht. Für Fahrschulen besonderes interessant: Erstaunlich viele Digital Natives sind bereit für die Anschaffung eines eigenen Autos auf Urlaub oder andere Dinge zu verzichten. Die sogenannte Verzichtbereitschaft ist gestiegen. Auch diese Tatsache unterstreicht die Bedeutung des eigenen Fahrzeugs. Die Studienautoren bezeichnen die Befunde insgesamt als „überraschend“. Von Digital Natives hätten sie offenbar anderes erwartet.

Motivation verändert sich signifikant

Trotzdem muss festgestellt werden: Die emotionale Bindung hat nachgelassen. War die Lust am Fahren 2018 noch für 52 Prozent der Befragten ein Grund ins eigene Auto zu steigen, so gilt dies aktuell nur noch für 38 Prozent. Das eigene Auto ist in erster Linie praktisch gesehen, weniger emotional. Transporte von Einkäufen und Kindern und ungeeigneter Alternativen zum Auto sind die herausragenden Gründe für die Fahrt im eigenen Pkw. Für Fahrschulen sind die Befunde interessant. Sie weisen darauf hin, dass Kundenservice und pädagogische Exzellenz im Wettbewerb an Stellenwert gewinnen. Die Generation Z bleibt eine anspruchsvolle Kundengruppe.

Foto von Tim Mossholder auf Unsplash

Themen die Sie auch interessieren könnten!

97 % der Deutschen verändern ihre Mobilität

Die Klimakrise wirkt sich auf das Mobilitätsverhalten der Deutschen aus. Das Auto bleibt wichtig. Die persönliche ...

Mehr
Fahrlehrer als Job. Eine gute Arbeit?

Kein Zweifel: Der Fahrlehrerberuf ist ein fordernder Job. Die schönen Seiten verdeutlicht eine aktuelle Studie, die ...

Mehr
Was die Digitalisierung bringt – und was nicht

Die Digitalisierung schreitet voran. Sie setzt dort an, wo sie Fahrschulen weiter bringt – bei einfachen, sich ...

Mehr
Neuer Erklärfilm für Fahrschüler

Fahrschulen erklären vor Beginn der Fahrausbildung ihren Fahrschülern, wie bei Ihnen die Abrechnung funktioniert. ...

Mehr