Fahrschul-Führung als Unternehmer gefragt

Blog Fahrschul-Führung als Unternehmer gefragt

Autor: Bernd Sautter

24. November 2022

Die Preise explodieren. Energie, Sprit, Fahrzeug-Zubehör. Eine aktuelle Erhebung bestätigt: Deutschlands Fahrschulen haben darauf reagiert. Doch das Thema gehört beinahe wöchentlich auf den Prüfstand.

Die Inflation hat uns mit voller Wucht gepackt. Im Oktober wurde die Marke von 10 Prozent überschritten. Das gab es noch nie seit Deutschland wiedervereinigt wurde. Die Statistiker sprechen sogar vom stärksten Anstieg seit 70 Jahren. Längst stecken die Fahrschulen mitten in der Preisspirale. Dabei wird nichts verschont, was Fahrschulen zum Geld verdienen benötigen: Der Spritpreis gleich gar nicht. Sämtliches Fahrzeug-Zubehör ist betroffen. Die Heizenergie für Schulungsräume und Büros sowieso. Doch allem Stöhnen und Ächzen zum Trotz: Die Fahrschulbranche besitzt die notwendige Substanz, auch aus diesen Zeiten gestärkt hervorzugehen. Weil ihre pädagogischen Leistungen im Grunde unersetzlich sind.

Ein Führerschein kennt keine Alternative

Die Lizenz zur persönlichen Freiheit ist wichtiger denn je (siehe Blogbeitrag „Ohne Führerschein keine Zukunft“). Die überwiegende Mehrheit der jungen Leute kann es sich nicht leisten, auf den Führerschein zu verzichten. Beim Konsum kann man sparen. Vielleicht bei anderen Dingen des persönlichen Bedarfs. Aber nicht beim Führerschein. Er ist eine Investition in die eigene Zukunft, die keine Alternative kennt. So gesehen bieten die Fahrschulen eine Dienstleistung, die man nicht ersetzen kann. Diese Tatsache spielt den Fahrschulen in die Karten. Denn sie sind zum Handeln gezwungen.

Fahrschulen reagieren

Preiserhöhungen sind alternativlos. Die MOVING International Road Safety Association e. V. hat kürzlich den Preisanstieg beim Führerschein Klasse B beziffert: Er beträgt rund 22 Prozent. Die MOVING hat dazu allerdings einen Zwei-Jahres-Zeitraum berücksichtigt. Damit liegt der durchschnittliche Preisanstieg ungefähr auf dem Niveau der allgemeinen Teuerungsrate. Die Frage, die sich jede Fahrschule stellen muss, liegt auf der Hand: Ist das ausreichend? Sind die eigenen Preise noch zeitgemäß? Diese Frage stellt sich sogar bei den Betrieben, die erst vor kurzem die eigenen Tarife nach oben korrigiert hatten.

Erstens, zweitens und drittens: An die Mitarbeiter denken

Angesichts der aktuellen Kostenexplosion sollten verantwortungsvolle Unternehmen vor allem an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter denken. Stichwort: Fahrlehrermangel. Es ist inzwischen nachvollziehbar, dass die steigenden Lebenshaltungskosten als Argument für eine Gehaltserhöhung dienen. Eine offensive Preispolitik kann den Spielraum dafür liefern. Deshalb ist gerade in diesen Zeiten die Führung der Fahrschule als Unternehmer besonders gefragt. Die eigene Preispolitik gehört auf Wiedervorlage. In immer kürzeren Abständen.

Foto von Towfiqu barbhuiya on Unsplash

Themen die Sie auch interessieren könnten!

97 % der Deutschen verändern ihre Mobilität

Die Klimakrise wirkt sich auf das Mobilitätsverhalten der Deutschen aus. Das Auto bleibt wichtig. Die persönliche ...

Mehr
Fahrlehrer als Job. Eine gute Arbeit?

Kein Zweifel: Der Fahrlehrerberuf ist ein fordernder Job. Die schönen Seiten verdeutlicht eine aktuelle Studie, die ...

Mehr
Was die Digitalisierung bringt – und was nicht

Die Digitalisierung schreitet voran. Sie setzt dort an, wo sie Fahrschulen weiter bringt – bei einfachen, sich ...

Mehr
Neuer Erklärfilm für Fahrschüler

Fahrschulen erklären vor Beginn der Fahrausbildung ihren Fahrschülern, wie bei Ihnen die Abrechnung funktioniert. ...

Mehr