Preiserhöhung: Wenn, dann wie?

DATAPART Blog Preiserhöhungen

Autor: Bernd Sautter

20. Mai 2022

Alles wird teurer. Der Sprit, die Energie, das ganze Leben. Die Fahrschulpreise des Vorjahres sind kaum noch haltbar. Fahrschulen haben reagiert. Wie geht man mit dem unausweichlichen Preis-Thema richtig um?

Wer als Fahrschule von seiner guten Marktposition überzeugt ist, geht in die Offensive. Einzelne Fahrschulen bekennen sich per Banner auf ihrer Website zur Preiserhöhung. Im roten Feld steht die klare Botschaft: „Ab dem 01.05.2022 werden die Preise erhöht. Für vorherige Neuanmeldungen berechnen wir die alten Preise für drei Monate weiter.“ Das Selbstbewusstsein ist in vielen Fällen berechtigt. Gute Fahrschulen diskutieren nicht über ihre Preise. Sie sprechen über Qualität der Fahrausbildung und den Weg zum Führerschein.

Laut oder leise?

Viele Fahrschulen erhöhen ihre Preise eher leise. Sie sparen sich zum großen Teil die Diskussion mit den Bestandskunden. Sie erhöhen die Tarife nur für die neuen Fahrschülerinnen und Fahrschüler – und geben denen, die gerade die Fahrausbildung machen einen klare Frist, die transparent macht, wie lange sie noch den alten, niedrigeren Preise in Anspruch nehmen können. Manche Fahrschulen sehen es sogar als Vorteil an, dass die Fahrschulpreise in der Presse bereits längst behandelt wurden. Gerade in den lokalen Medien wurde das Thema in den ersten Monaten des Jahres häufig aufgegriffen. Die Journalisten stellten die Fahrschulen meistens in den Kontext von Speditionen und anderen Branchen, die angesichts der steigenden Kosten ebenfalls reagieren mussten.

Mutiger Schritt oder Salami-Taktik?

Egal, wie man es als Fahrschule macht: Durch eine Korrektur der Tarife nach oben wird man nicht beliebter. Darum ist es legitim über die Höhe der Maßnahme nachzudenken. Grundsätzlich gibt es zwei Strategien: Größere Preiserhöhungen in längeren Abständen und kleine Preiserhöhungen in kürzeren Abständen. Beide Strategien haben ihre Vor- und Nachteile. Vorteil der mutigen Variante: Man muss die eigenen Tarife nicht oft nachziehen. Vorteil der Salami-Variante: Die Fahrschule kann darauf hoffen, dass tendenziell moderate Preisanstiege leichter akzeptiert werden. Welcher Weg der richtige ist, bleibt eine Entscheidung des Fahrschul-Unternehmens.

Fahrschulen sind jedenfalls gut beraten, wenn sie einen fairen Ausgleich finden. Als Grundlage für jede unternehmerische Entscheidung ist in jedem Fall die Solidität der eigenen Fahrschule. Trotzdem sollte man im Blick behalten: Die Öffentlichkeit beurteilt Fahrschulen stets im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Funktion, nämlich jungen Menschen den Weg zum Führerschein zu ebnen. Darum werden Fahrschulpreise stets ein sensibles Thema bleiben. Zu jeder Jahreszeit. Zu jeder Konjunkturphase. Fahrschüler und ihre Eltern wissen sowieso, welcher Preis der beste ist: immer der niedrige.

Bild: Danke an Randy Tarampi on Unsplash

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