Wird die Zahlungsmoral schlechter?

In diesen Tagen beklagen viele Fahrschulen, die Zahlungsmoral von Fahrschülerinnen und Fahrschülern würde sich verschlechtern. Ist da was dran?

Zahlungsmoral

Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer ärgert sich über hohe Außenstände oder wenn eine Lieferung überhaupt nicht bezahlt wird. So ist das auch in der Fahrschule. Es nervt, wenn man gut ausbildet und hinterher trotzdem seinem verdienten Geld hinterherlaufen muss. Manchmal werden Rechnungen später bezahlt, in einigen Fällen überhaupt nicht. Hohe Außenstände summieren sich zu einer ernstzunehmenden Quelle für finanzielle Schwierigkeiten. In letzter Zeit monieren Fahrschulen häufiger, dass sich die Zahlungsmoral ihrer Fahrschüler verschlechtern würde. Trifft das zu – oder ist das nur ein subjektiver Eindruck? 

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Leider fehlt eine gesicherte Datenbasis. Auch in vergleichbaren Branchen werden kaum Daten erhoben. Trotzdem mehren sich die Anhaltspunkte, die eine allgemein nachlassende Zahlungsmoral nahelegen. 

51 % der Fahrschulen beklagen sinkende Zahlungsmoral 

Als erstes Indiz steht seit kurzem eine Einschätzung der Fahrschulinhaber zur Verfügung: Die Zahlungsbereitschaft der Fahrschüler ist schlechter geworden oder leicht schlechter – das sagen rund 51 % der befragten Fahrschulen. Sie wurden im Rahmen der DATAPART Expertenbefragung im Herbst 2024 um eine Einschätzung gebeten. Eine unveränderte Zahlungsmoral beobachten rund 34 % der Befragten. Lediglich rund 15 % sehen für ihr Unternehmen, dass sich die Zahlungsbereitschaft ihrer Fahrschüler verbessert hat. 

Wer bezahlt eigentlich? 

Eine detaillierte Analyse kommt nicht ohne den Hinweis aus, dass die Rechnungen, die Fahrschulen stellen, häufig von den Eltern bezahlt werden. Das statistische Bundesamt meldet: Gut 60 % der jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren stehen finanziell noch nicht auf eigenen Beinen. Rund die Hälfte lebt dabei vom Geldbeutel der Eltern oder anderer Verwandter. Demzufolge ist der Führerschein und seine Bezahlung nicht zuletzt eine soziale Frage. Die Hans-Böckler-Stiftung hat vor Jahren festgestellt, dass sich rund 12 % der deutschen Erwerbstätigen in einer Zone dauerhafter Prekarität befinden. Damit werden finanziell missliche Lagen bezeichnet, in die Menschen dauerhaft geraten, zumeist trotz festem Einkommen. Auch hier bestätigt sich: Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich. 

Der Befund deckt sich ungefähr mit den Zahlen des Statistischen Bundesamts, die bestätigen: Knapp 2,1 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Deutschland waren 2023 armutsgefährdet. Das entspricht einer Armutsgefährdungsquote von 14,0 %. Gerade die Jugendlichen aus solchen Haushalten sind auf einen Führerschein angewiesen. Aus Sicht der Fahrschulen handelt es sich um Kundschaft, auf die man gewiss nicht verzichten will.  

Jeder Zehnte hat Zahlungsrückstand  

Belastbare Zahlen über die Zahlungsrückstände deutscher Kunden liegen seit kurzem von Versorgungsbetrieben vor. Im Jahr 2023 lebten laut Statistischem Bundesamt 5,4 % der deutschen Bevölkerung in Haushalten, die ihre Rechnungen für Strom, Heizkosten oder Wasser nicht immer pünktlich bezahlten. 2022 lag dieser Anteil noch bei 4,3 %. Der Prozentsatz stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an. Im Jahr 2019 waren es nur 2,2 %. Es spricht einiges dafür, dass der Eindruck, den viele Fahrschulen äußern, nicht völlig von der Hand zu weisen ist: Die Zahlungsmoral wird flächendeckend schlechter. 

Factoring als Lösung 

In diesem Punkt hilft DATAPART mit seiner fahrschulspezifischen Factoring-Lösung nicht nur den Fahrschulen, sondern auch den Fahrschülerinnen und Fahrschülern. Im Gegensatz zu anderen Factoring-Formen kauft DATAPART die Forderungen ohne vorige Bonitätsprüfung an. Kein Jugendlicher bleibt außen vor. Trotzdem können Fahrschulen sicher sein: Dank Factoring entsteht aus jeder pädagogischen Leistung eine Einnahme. Darüber hinaus profitieren Fahrschulen von der finanziellen Planungssicherheit, die ein Factoring-Partner mit sich bringt. Daneben spart die Fahrschule dort Zeit, wo es am angenehmsten ist: im Forderungsmanagement und bei den Mahnungen. 

Christian-Kohler 1

Christian Kohler

Ihr Ansprechpartner bei allen Fragen rund
um Fahrschulen und Abrechnung.

Das könnte Sie auch
interessieren:

Branchennews

Fahrschulen spüren den Kostendruck

Die Fahrschulen in Deutschland haben ein starkes Interesse daran, dass der Führerschein bezahlbar bleibt. Sie müssen jedoch mit den unvermeidbaren Kosten haushalten, die eine Fahrausbildung mit sich bringt. Darum sollte Planungssicherheit höchste Priorität haben. Vor allem, wenn die Rechnung aufgeht.

Fahrschülerin
Branchennews

Ansprüche rauf. Zahlungsmoral runter.

In der Fahrschulbranche wird selten gerne über Geld gesprochen. Schon gar nicht über die Summen, die fehlen. Das ist ein Fehler, der auch wirtschaftliche Folgen nach sich zieht. Wie akut das Thema ist, zeigt die DATAPART-Expertenbefragung.

DAP-2512IL-Infografik-Titel-1097x821px
Branchennews

Die wichtigsten Fahrschulfakten (2. Halbjahr 2025)

Die wichtigsten Zahlen und Daten für die Fahrschulbranche aus dem zweiten Halbjahr 2025. Übersichtlich zusammengestellt in einer Infografik. Aus den Studien und Erhebungen, die im 2. Halbjahr veröffentlicht wurden. Die gesamte Grafik in einem PDF-Dokument finden Sie am Ende dieses Beitrags.

DAP-2508FL-Expertenumfrage-iStock-1007097436
Branchennews

Mitmachen bei der 14. DATAPART Experten-Befragung

Ihre Experten-Meinung ist gefragt. Machen Sie mit bei der 14. DATAPART Experten-Befragung. Gewinnen Sie einen Urlaubsgutschein im Wert von 3.000,- Euro und weitere Gewinne.

kongress
Branchennews

Willkommen bei DATAPART auf dem Fahrlehrerkongress

Gute Ideen für die Fahrschulzukunft bespricht man am besten mit Expertinnen und Experten, die sich in der Fahrschulbranche auskennen. Daher sollten sie einen Besuch an der DATAPART Cafébar auf ihrem Kongressrundgang unbedingt einplanen.

fahrschule-iban-check
Branchennews

Was Fahrschulen über den
 neuen IBAN-Check 
wissen sollten

Ab Oktober sind Banken verpflichtet, bei Überweisungen zu prüfen, ob Name und IBAN übereinstimmen. So sieht es die neue EU-Regelung vor. Fahrschulen, die ihre Buchhaltung und ihr Mahnwesen noch selbst erledigen, sollten darauf vorbereitet sein.

Fahrschülerin sitzt mit Fahrlehrer im Auto
Branchennews

Jung und unabhängig. 17 Jahre BF17-Regelung

Verkehrsminister Schnieder möchte den Spagat schaffen. Einerseits will er die hohen Standards der Fahrschulausbildung wahren, andererseits den Führerschein bezahlbarer machen.

Patrick-Schnieder-scaled
Branchennews

Die Preis-Debatte erreicht die Politik

Verkehrsminister Schnieder möchte den Spagat schaffen. Einerseits will er die hohen Standards der Fahrschulausbildung wahren, andererseits den Führerschein bezahlbarer machen.

Infografik-Beitragsbild (1)
Branchennews

Die wichtigsten Fahrschulfakten (1. Halbjahr 2025)

Die wichtigsten Zahlen und Daten für die Fahrschulbranche aus dem ersten Halbjahr 2025. Übersichtlich zusammengestellt in einer Infografik. Aus den Studien und Erhebungen, die im 1. Halbjahr veröffentlicht wurden. Die gesamte Grafik in einem PDF-Dokument finden Sie am Ende dieses Beitrags.

satz-nah-bkf-2024
Branchennews

Wie realistisch sind Steuerbegünstigungen für die Klasse B?

Der Vorschlag liegt auf dem Tisch. Damit der Führerschein bezahlbar bleibt, sollen die Kosten für den Erwerb der Klasse B als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzbar werden.